Toolbox oder: Wie ein schnelles Aber nie wieder eine gute Idee umbringt

Da hat jemand eine großartige, kreative Idee, spricht sie aus und fast gleichzeitig holt jemand Luft und wirft ein großes breites Aber in den Raum. „Ja, tolle Idee, aber wir haben nicht genug Zeit, aber wir haben nicht genug Geld, aber wir haben nicht genug Platz.“ Und schon stirbt die wirklich gute Idee. Derjenige, der sie hatte, zieht sich etwas frustriert zurück und Antworten auf unser Problem haben wir immer noch nicht. So was macht endlos müde und ist langweilig. Dabei ist die Lösung ganz einfach: Lasst uns doch mal die Idee von den Abers trennen. Mein Vorschlag an dieser Stelle sieht so aus: Wir brauchen drei Flipchartblätter.

• Auf dem einen schreiben wir einmal die Idee auf, durchdenken sie, schreiben noch mal um, kürzen, ergänzen usw..

• Alle Abers, die in der Zwischenzeit auftauchen, werden still notiert und dürfen erst einmal nicht laut genannt werden.

• Wenn die Idee halbwegs rund und ausgereift auf dem Papier steht, wird das zweite Papier beschriftet. Hier landen nun alle Abers und kritischen Gedanken.

• Wenn alles aufgeschrieben ist, was unserer Idee im Weg steht, brauchen wir das dritte Blatt. Dort werden die Abers dann in Fragen umgewandelt. Aus einem „Wir haben kein Geld für so etwas“, wird ein „Wie können wir dafür mehr Geld auftreiben?“ Aus: „Wir haben nicht genug Mitarbeiter“, wird: „Wer kann uns bei dieser Sache unterstützen?“

• Nehmt euch dann Zeit, um Antworten auf jede einzelne Frage zu suchen.

Klar, trotz dieses Tools werden wieder manche gute Ideen in der Tonne verschwinden, weil es einfach zu viele Hindernisse gibt. Dafür wissen wir dann aber auch, dass es wirklich nicht funktionieren wird, können beruhigt weiterdenken und der Ideengeber ist weniger frustriert, weil wir seine Idee nicht einfach viel zu schnell zerrissen haben.

Auf der anderen Seite werden wir so viele und gute Ideen tatsächlich umsetzen können, statt sie zu schnell wieder unter einem Haufen Abers begraben zu müssen. Wir werden miteinander Hindernisse überwinden und gemeinsam mehr erreichen.

Lust auf einen ganz besonderen Kongress im Juni 2018?

Bessere Entscheidungen treffen

Ihr kennt das: Da sitzen kluge und kreative Köpfe zusammen und produzieren für eine bestimmte Frage Antworten wie am Fließband. Am Ende stehen massenweise neue Ideen im Raum – und jetzt?
Oder du musst eine Entscheidung treffen und starrst wie gelähmt auf eine Unmenge von Möglichkeiten und Optionen. Was bringt dich wirklich weiter? Was hilft dir wirklich?

In manchen Beratungen hat mir bis jetzt ein kleines, aber schönes Tool weitergeholfen. Gerne teile ich das mit euch in der Hoffnung, dass es euch etwas weiterhilft.

Schaut es euch einmal an.

Wichtig ist, dass ihr euch vorher darauf einigt, was ihr genau meint, wenn ihr von „Wichtig“ und „Erfolg“ redet. Wichtig kann bedeuten:

– Das hilft uns sehr, unsere Ziele besser zu erreichen oder unseren Auftrag zu leben.
– Das ist ein ganz wichtiger Meilenstein, den wir gerade jetzt brauchen
– …

Was bedeutet „Erfolg“?

– Erfolgreich sind wir dann, wenn wir es schaffen, möglichst viele neue Mitarbeiter zu gewinnen
– Erfolg bedeutet, dass die Menschen viel besser über uns denken
– …

Natürlich könnt ihr auch einfach die Bezeichnungen der Achsen anpassen oder verändern. Dann geht es vielleicht nicht mehr um „Wichtig“ und „Erfolg“, sondern um „leicht / schwer umzusetzen“ und „wird auf offene / verschlossene Ohren treffen“. Was sind die beiden Parameter, die wichtig sind, um eine Entscheidung zu treffen?

Gefunden habe ich das Tool bei Florian Rustler in seinem Buch Denkwerkzeuge, das ich jedem nur empfehlen kann, der immer wieder einmal auf der Suche nach genialen Tools ist, die in einem Beratungsprozess weiterhelfen sollen.

Und falls ihr selber nicht weiterkommt, ich helfe gerne :).